Tiefenthal  Rheinhessen Schön und beschaulich in der Rheinhessischen Schweiz
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Geschichte von Tiefenthal

Tiefenthal wird erstmals schriftlich in einer Besitzbestätigung von Papst Leo IX. für das Kloster St. Maximin in Trier vom 16. Januar 1051 als "Daffindal" erwähnt. Auch in einer Urkunde Kaiser Heinrichs III. von demselben Jahr wurde dies bestätigt. Später kam der Ort in den Besitz der Raugrafen von Alt-Baumberg. 1325 übergab Raugraf Heinrich alle seine Güter, unter anderen auch "Diefendill" seinem Stief-Eidam Graf Philipp von Sponheim. Ein Teil des Dorfes ging 1330 an Sponheim-Dannenfels über, auf einen anderen Teil scheinen die Rheingrafen zu Grehweiler Anspruch erhoben zu haben. Sie führten vom Jahre 1532 bis 1600 einen Rechtsstreit beim Kammergericht zu Speyer. Im Mittelalter erfolgte in dem damals nahe gelegenen Zisterzienserklosters Daimbach der Abbau von Quecksilber. Auch in Tiefenthal wurde Quecksilberabbau betrieben, ein Schacht der reichlich Ertrag geliefert hat wurde aber nach ständig stark eindringendem Wasser geschlossen.

 

Tiefenthal gehörte bis 1745 verschiedenen Adelsgeschlechtern. Mit Eroberung des Naheraumes durch französische Revolutionstruppen im Jahre 1798 endete die Fürstenherrschaft. Nach dem Wiener Kongress kam Tiefenthal zum Landkreis Alzey im Regierungsbezirk Rheinhessen. Tiefenthal besaß im 19. Jahrhundert eine kleine jüdische Gemeinde, die eine eigene Schule unterhielt.

 

Am 17. März 1945 wurde etwa ein Viertel der Gebäude durch amerikanischen Panzerbeschuss zerstört. Seit 1969 gehört Tiefenthal zum Landkreis Bad Kreuznach.

 

Im Jahre 2007 wurden in Tiefenthal Reste einer römischen "villa rustica" freigelegt, die eine Besiedlung Tiefenthals bereits im 2. Jahrhundert beweisen.

 

Die höchste Einwohnerzahl Tiefenthals wurde 1854 mit 201 Einwohnern erreicht. Die niedrigste Einwohnerzahl betrug 1974 89 Einwohner. Seit dieser Zeit ist die Einwohnerzahl um nahezu 50% auf aktuell 130 gestiegen.

 

Tiefenthaler WappenDie Blasonierung des Tiefenthaler Wappens lautet: In halbgespaltenem und geteiltem Schild oben vorne in drei Reihen dreimal in Gold und Blau geschachtet, in Blau ein steigender siebenmal in Silber und Rot geteilter goldbewehrter Löwe, unten in Silber ein blaues Schwert und ein blauer Steinhammer diagonal gekreuzt. Das Wappen weist auf die vordere Grafschaft Sponheim, als auch auf den ehemaligen Regierungsbezirk Rheinhessen hin. Schwert und Hammer entstammen einem Gerichtssiegel aus dem 18. Jahrhundert.